|
Fußballer Pablo Kunter ist nach seinem Wechsel von der TSV Hitzacker schnell beim HSV angekommen. Heute vor 100 Tagen hat für Pablo Kunter das Fußball-Abenteuer Hamburger SV begonnen.
Der 13-Jährige, der zur neuen Saison von den D-Junioren der TSV Hitzacker zum C-Nachwuchs des Bundesligisten gewechselt ist, trat am 6. August zum ersten offiziellen Training an. "Mit einem Kribbeln im Bauch", erinnert sich der junge Spieler, "das war schon ein komischen Gefühl." Bild: Ab durch die Mitte: Pablo Kunter, der zur neuen Saison von den D-Junioren der TSV Hitzacker zu den C-II-Junioren des Hamburger SV gewechselt ist, gehört in seinem neuen Team schon nach 100 Tagen zu den Leistungsträgern. Der Stürmer hat bisher 19 von von 39 HSV-Toren gechossen. A.: M. Schwarz Mit seinen Eltern, Vater Dirk und dessen zweiter Frau, ist Pablo Kunter aus dem beschaulichen Elbstädtchen in die Elbmetropole gezogen. Weg von seinen Geschwistern und seiner Mutter, weg von seinen Freunden und weg aus dem heimischen Umfeld; ein einschneidender Schritt für den eher zurückhaltenden Nachwuchsfußballer. Der Start ist - vor allem fußballerisch - nahezu perfekt verlaufen. In der jüngeren C-Juniorenmannschaft des HSV, die in der Hamburger Verbandsliga gegen zumeist ältere Gegner spielt, hat der frühere Hitzackeraner einen fulminanten Start hingelegt. In seinem neuen Team ist Pablo Kunter - immerhin eine Altersklasse und drei Spielklassen höher als noch vor wenigen Monaten - praktisch ohne Eingewöhnungsphase von null auf hundert durchgestartet. »Er ist besser, als wir erwartet hatten», freut sich sein Trainer Sebastian Harms, »ein absoluter Leistungsträger.» Nach sieben Partien in der Liga stehen die HSV-C-II-Junioren mit 16 Punkten auf Platz 2 in der 14er-Staffel des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV). Am vergangenen Sonnabend hatte das Team von Trainer Harms den Tabellenzehnten Altona 93 I mit 14:1 abgschossen. Pablo Kunter traf siebenmal. Von den mittlerweile 39:10 Toren seines neuen Teams in der Punktrunde hat er 19 selbst geschossen und weitere vorbereitet. »Es läuft ganz gut», ist Pablo Kunter gewohnt bescheiden. Der Vereinswechsel und der Umzug in die Großstadt haben sich gelohnt, sagt Vater Dirk. »Es war auf jeden Fall richtig, diesen Schritt zu machen, zumindest, was das Fußballerische angeht.» Kunters Trainer sieht seinen neuen Schützling bereits gut integriert. »Er hat sich schnell eingelebt und den Kontakt zu den Mitspielern hergestellt», hat Harms beobachtet», obwohl Pablo ja nicht so der Lautsprecher und eher der leisere Typ ist.» Von den fußballerischen Qualitäten des 13-Jährigen ist Harms angetan. »Er ist unglaublich schnell und dynamisch, ist schussstark und hat ein gutes Kopfballspiel und ein gutes Auge.» Allerdings gebe es auch noch viel zu lernen. Dazu ist Pablo Kunter bereit, ohnehin dreht sich bei ihm seit jeher fast alles um den Fußball. »Es ist schon anstrengend», berichtet der Nachwuchskicker, der mit drei weiteren Spielern seiner Mannschaft eine Fahrgemeinschaft gebildet hat und fast täglich zum Trainingsgelände nach Norderstedt gefahren wird. Viel Freizeit gebe es im Moment nicht, sagt Pablo, »aber es macht auch sehr viel Spaß.» Das Training - viermal in der Woche - sei mit früher nicht mehr zu vergleichen. »Es wird viel individuell gemacht, technische Sachen, viel mit dem Ball, und Krafttraining gibt es auch.» Vor der Saison mussten sich die jungen Kicker noch häufiger quälen. Rund drei Wochen lang standen bei der intensiven Saisonvorbereitung täglich zwei Einheiten auf dem Plan, berichtet Dirk Blank. »Trainingslager in Flensburg, Testspiele, Mittagessen im HSV-Internat; die haben schon ordentlich rangeklotzt», sagt Pablos Vater. Nicht nur bei der Mannschaft insgesamt, auch bei den einzelnen Spielern macht sich das bemerkbar. Pablo Kunter hat in 100 Tagen einen großen Sprung in seiner fußballerischen Entwicklung gemacht. Die Stärken des Stürmers sind auch dem Hamburger Verband nicht verborgen geblieben. Vor zwei Wochen war der 13-Jährige erstmals bei Testspielen der HFV-Auswahl des Jahrgangs 1995 gegen die Altersgenossen aus Berlin dabei. Bei allen drei Partien trug er sich in die Torschützenliste ein. 1:0 Kunter (28.), 2:0 Kunter (47.), 3:0 Kunter (50.) heißt es beispielsweise im Bericht zum 3:0-Sieg im dritten Spiel gegen die Berliner, nachdem der Stürmer in der 26. Minute eingewechselt worden war. Keine Frage: Der frühere Hitzackeraner hat in kurzer Zeit nachhaltig Eindruck hinterlassen. Auswahl-Trainer Björn Rädel bescheinigt dem 13-Jährigen eine »unglaubliche Leistungs- explosion» und eine »gute Prognose nach oben». Allerdings: Man müsse wissen, dass es in diesem Tempo nicht weitergehen werde, sagt Rädel, die Luft werde oben immer dünner. »Die nächsten Schritte werden deutlich schwerer», weiß der Auswahl-Trainer, »es wird sich zeigen, wie sich Pablo dann weiterentwickelt.» Kunter selbst bleibt gelassen und macht sich keine allzugroßen Gedanken. Wie es weitergehen werde? »Mal schauen», sagt der 13-Jährige. Er spielt ganz unbekümmert im Hier und Jetzt. Vielleicht die beste Voraussetzung, damit er auch in Zukunft erfolgreich ist. |